Geschichte

Angefangen hatte alles schon in den 60er Jahren, als eine kleine Gruppe begeisterter Autofans in privater Initiative schon mit Orientierungsfahrten, Nachtfahrten und Geschicklichkeitsturnieren begann.

Das Interesse für den Automobilsport in der Öffentlichkeit wuchs und so überlegte man sich, ob man nicht einen eigenen Club gründen könnte. So beschloss man im Sommer 1967 die Gründung des "Automobil-Club Vechta" und erhielt nach langem Hin und Her im November 1967 sogar auch eine ADAC-Clubanerkenntnis.
Unter dem Namen "Automobil-Club Vechta e.V. im ADAC" und der Registernummer 252 trug das Amtsgericht Vechta den Club am 28. Mai 1968 ganz offiziell in das Vereinsregister ein. Als 1. Vorsitzender wurde Rechtsanwalt Walter Tumbrägel aus Vechta, als stellvertretender Vorsitzender den Fahrlehrer Josef Moormann aus Damme, sowie der Kfz-Meister Aloys Ahlers aus Vechta als Schatzmeister notiert. Ab da blühte das Vereinsleben. Und nunmehr offiziell und ADAC-organisiert, wurde auch weiterhin kräftig an Rallyes, Geschicklichkeits- und Orientierungsfahrten teilgenommen.
Bis dahin waren die ganzen motorsportlichen Aktivitäten ausschließlich auf den Automobilsport ausgelegt. Aber irgendwann merkte man, dass allein nur mit Idealismus das Ganze nicht mehr durchzuführen war. Um mit den hohen motorsportlichen Anforderungen mithalten zu können, brauchte man schon eine professionelle Ausrüstung und reichlich Ersatzteilmaterial. Ohne getunte Sportautos konnte man in den 60er 70er Jahren nicht mehr Schritt halten. Man suchte nach einer alternativen motorsportlichen Veranstaltung.

Inspiriert von den großartigen motorsportlichen Veranstaltungen in Goldenstedt und Damme trugen Franz Themann und Walter Tumbrägel 1969 ihre neue Idee vom Grasbahnrennen auf einer Clubversammlung vor.
So wurde am 13. November 1969, nach einer heftigen Debatte, (laut Protokoll) entschieden, eine eigene Motorsportveranstaltung auszurichten. Nach einer Vorbereitungszeit von einem halben Jahr sollte im Sommer 1970 das erste Grasbahnrennen im Reiterwaldstadion Vechta starten. Das Ganze war sehr umstritten, aber der finanzielle Erfolg lockte dennoch. Nach langem Tauziehen zwischen dem Reitverein und dem AC Vechta wurde der Termin schließlich auf den 6./7. Juli 1970 festgelegt.
Das Rennen schlug ein wie eine Bombe. Die Zuschauer strömten reichlich in das Waldstadion.

Nach dem großartigen Erfolg gründete man Anfang der 70er Jahre zwei getrennte Sparten: einmal den Bereich "Autosport" und den Bereich "Motorradsport". Die Aktivitäten für den "Autosport" waren weiterhin die Teilnahme bei Nachtfahrten, Schleuderkursen, Geschicklichkeitsfahrten, Slaloms, und auch Fahrrad-Turniere für Jugendliche sowie Kinder-Kettcar-Rennen. Von da an hatte der AC-Vechta den 17.Juni zu seinem Traditions-Termin(Tag der Deutschen Einheit)auserkoren.

Als am 23. März 1972 der amtierende Vorstand zurücktrat, hatten Josef Moormann, (2. Vorsitzender), Franz Themann (Geschäfts- und Schriftführer), Aladar Zambo (Sportleiter) und Aloys Ahlers (Schatzmeister und der 1. Vorsitzende Walter Tumbrägel eine bisher hervorragende Gründungsarbeit geleistet. Walter Tumbrägel begründete dieses auf einer außerordentlichen Generalversammlung damit, dass der bisherige Vorstand sich im Hinblick auf den Wagensport nicht "vollständig" fühlt. Er machte einen zukunftsweisenden Plan, wobei beide Sparten ihre eigene Selbständigkeit erhalten und auch jeweils mit einem Spartenleiter besetzt werden sollten. Dieses bedurfte auch einer neuen Satzung. Zum neuen 1. Vorsitzenden wählte man Dr. Franz Alberty, zum 2. Vorsitzenden und Spartenleiter Automobilsport Aladar Zambo. Jobst Brandt wurde ebenfalls zum stellvertretenden Vorsitzenden, sowie Spartenleiter Motorrad gewählt. Ausserdem im Vorstand: Heinz Stammberger (Schatzmeister, Ludger Spils (Protokollführer), Josef Haskamp, (stellvertr. Spartenleiter Automobilsport).
Eine neue Vorstandswahl machte 1973 der tragische Tod vom 1. Vors. Franz Alberty notwendig. Willi Debring wurde zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt, dieses währte bis 1983, seitdem leitet Ludger Spils die Geschicke des AC Vechta als 1. Vorsitzender bis heute. 25 Jahre AC Vechta e.V. - 1968-1993.

Das erste Flutlichtrennen des AC-Vechta am 9. Oktober 1987(es war das 1.Flutlichtrennen überhaupt auf einer Grasbahn in Deutschland), und die große Resonanz drängte den Autosport total in den Hintergrund, denn seitdem konzentriert sich der AC-Vechta ausschließlich auf den Motorradsport. Die Sparte "Automobilsport" existiert heute nicht mehr.

Bis zum Jahre 1993, das 25 jährige Jubiläum des Clubs, bestand das Oval des AC Vechta aus einer Grasbahn und die Weltspitze der Bahnsportszene hatte sich hier packende Kämpfe geliefert. Namen wie Karl Maier (mehrfacher Weltmeister), Marcel Gerhard (Weltmeister aus der Schweiz) Simon Wigg (AC-Vechta entdeckte ihn 1981 und er wurde einer der Ganz Großen in diesem Sport), Joe Screen, Steve Schofield, Jeremy Doncaster aus England und auch Iwan Mauger, Bernd Diener, Oleg Kurguskin aus Russland sowie dem vielfacher Weltmeister auf der Gras- und Sandbahn und Deutschlands einziger Speedway-Weltmeister Egon Müller lassen bei Bahnsportfans die Herzen höher schlagen.

Die Umbauarbeiten zum Sandbahnstadion begannen im Frühjahr 1993, die ersten Pläne zum Umbau zur Sandbahn wurden schon 1989 geschmiedet. Ziel des Umbaus zum Sandbahnstadion war es, den Charakter des Naturstadions zu behalten. Die Gesamtkosten waren von der Stadt Vechta mit 880 000 Mark veranschlagt worden. Die Grundlage der Bahn ist eine 20 bis 30 Zentimeter dicke Schicht aus Füllsand in Verbindung mit Beton. Eine sieben Zentimeter dicke Brechsandschicht liegt darüber. Es wurden die Tribünenplätze erneuert und aus dem Erdaushub ein Wall errichtet, der zur Ostseite als Lärm- und Sichtschutz zum Wohngebiet Kiefernweg dient Seit dieser Zeit erfreut sich der AC-Vechta an der schönen Anlage und glänzt immer wieder mit Exoten (Flutlichtrennen) dann die 1000ccm Seitenwagen aus England, Quads und Kart-Einlagen. Es folgten Europa-Meisterschaften in der Solo sowie in der Seitenwagen-Klasse, Deutsche Meisterschaften, Vergleichsmeisterschaften zwischen Holland/Deutschland, Trophäen der Kids und zuletzt die Austragungen der WM-Qualis in den letzten Jahren.